Konjunkturbericht Frühjahr 2021
HWK Potsdam

Achterbahnfahrt im Handwerk

Differenzierte Konjunkturergebnisse

Ein Jahr Corona-Pandemie – auch das westbrandenburgische Handwerk erlebte in dieser Zeit ein Auf und Ab: Zeigte Anfang letzten Jahres die Konjunkturkurve noch nach oben, folgte im März 2020 die Vollbremsung. Inzwischen erlebt Brandenburg die dritte Infektionswelle. Seither erlebt das Handwerk in unterschiedlicher Weise die Auswirkungen bestehender Einschränkungen. Ob vollständige Schließungen, Wiedereröffnung, neuerliche Schließungen, Hygiene- und Gesundheitsschutz von Kund:innen und Mitarbeitenden – die Handwerksbetriebe - wie die Gesellschaft insgesamt - sahen und sehen sich mit einer Situation konfrontiert, die sie noch nie zuvor erleben mussten.

Umso gespannter schaute die Handwerkskammer Potsdam auf die Ergebnisse der diesjährigen Frühjahrskonjunkturumfrage, die das wirtschaftliche Stimmungsbild der letzten Monate unter dem Einfluss der Corona-Pandemie abbildete. Die Lage zeigt sich differenziert: Die Corona-Hilfsprogramme, insbesondere das Soforthilfeprogramm im letzten Jahr, federten für viele Unternehmen die schlimmsten Auswirkungen der Pandemie und der Lockdowns ab. Allerdings werden sich die langfristigen wirtschaftlichen Folgen auf die Westbrandenburger Handwerksbetriebe erst im Laufe der zweiten Jahreshälfte zeigen.

Ihre aktuelle Geschäftslage schätzte 81,3 Prozent der Betriebe mit gut oder befriedigend ein (Vorjahr 92,5). Die schlechteste Bewertung gaben dabei die personenbezogenen Dienstleistungen (wie Friseure, Kosmetiker oder Textilreiniger) und das Kraftfahrzeuggewerbe ab.

Im Vergleich zum Vorjahr zeigen sich die Auswirkungen der Pandemie deutlich auch in den Umsätzen der Handwerksbetriebe: 38 Prozent der Betriebe vermelden Umsatzrückgänge im ersten Quartal (Vorjahr 26 Prozent). Die Zahl derer, die noch auf steigende Umsätze blicken konnten, sank um fünf Prozentpunkte auf nunmehr 14 Prozent.

Das Handwerk hält auch in schwierigen Zeiten an ihren Fachkräften fest. Deutlich wird dies daran, dass die Zahl der Betriebe, die ihr Personal aufstockten oder auf gleichem Niveau gehalten haben, in den letzten Monaten sogar angestiegen ist. Vermeldeten im letzten Frühjahr schon 81 Prozent der befragten Betriebe einen konstanten oder gewachsenen Personalbestand, so waren es in diesem Befragungszeitraum sogar 86 Prozent. Erfreulich vor dem Hintergrund des sich weiter verschärfenden Fachkräftemangels ist in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass die westbrandenburgischen Handwerksbetriebe an ihren Auszubildenden festgehalten und alle Bemühungen unternommen haben, Ausbildung trotz der schwierigen Rahmenbedingungen zu ermöglichen.

Mit Blick auf die kommenden Monate geht das Handwerk in Westbrandenburg von einer positiven Entwicklung aus und hofft auf eine Besserung der Geschäftslage. Getrübt werden die insgesamt positiven Aussichten allerdings von der Befürchtung bei fast drei Vierteln der Befragten, dass die Einkaufspreise weiter steigen.

Als Schlüssel zur Rückkehr in die Normalität sieht das Handwerk einzig den Weg über das Impfen. Bund und Land sind gefordert, das Impftempo zu erhöhen, um die konjunkturelle Erholung so schnell wie möglich in Gang zu bringen.



Ansprechpartnerin:

Ines Weitermann
Pressesprecherin und Teamleiterin Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Tel. +49 331 3703-120
Fax +49 331 3703-134
presse--at--hwkpotsdam.de